Erlebnisbericht Curacao 2007
Mittendrin im Glück - Minis Delfintherapie auf Curacao
Nach einem wirklich anstrengenden und beinahe unendlichen Flug sind wir am 17.03.07 glücklich auf Curacao gelandet. Schon das Ankommen war ein Genuss: wir durften uns endlich wieder frei bewegen, die Sonne brannte vom Himmel, ein warmer Wind blies uns um die Ohren, die Jacken und Pullis wurden ausgezogen, wir hörten eine neue Sprache, ein Fahrer stand bereit, der uns freundlich lächelnd sofort zur Unterkunft brachte....dort Swimmingpool, Blumen in allen Farben, eine strahlende karibische Mami, die uns in Empfang nahm, ein gefüllter Kühlschrank und rund um uns Sonne, Wärme, Licht...
Das Einleben fiel nicht schwer, am nächsten Tag waren wir gespannt auf das erste Treffen im Therapiezentrum. Alle Therapeuten waren da, auch Mini`s Logopädin Heike und die Praktikantin Susanne. Sogar Mateo, Mini`s Delfin, durften wir mal begutachten und Mini war einfach klasse! Strahlend saß sie allen gegenüber und war ähnlich aufgeregt wie wir...
Am nächsten Tag dann die erste Sitzung: vorausgegangen ist ein Gespräch mit Heike, währenddessen Mini und auch ihr Bruder Flo von „unserer“ Praktikantin Susanne betreut wurden. Während wir ausführlich über Mini`s Leben, Vorlieben, Schwierigkeiten, Launen (auch gute!) berichteten und unsere Wünsche und Ziele der Therapie besprachen, bekamen Flo und Mini einen Einblick in das vorhandene Sea-Aquarium und die dort lebenden Tiere.
Danach ging`s auch schon los: wie ein alter Hase verabschiedete sich Mini von uns und ging selbstbewusst und lächelnd mit Heike und Susanne zum Umziehen und zur Vorbereitungsarbeit “im Trockenen“.
Wir nutzten die Gelegenheit mit anderen Eltern zu plaudern...es gibt ja immer genug Gesprächsstoff und dabei auch die Gelegenheit etwas Neues zu erfahren.Dann wurde es plötzlich spannend, als die Kinder nach und nach zum Dock gebracht wurden:
Mini saß stolz und in freudiger Erwartung in ihrem Rolli, der sie zu Mateo rollen sollte. Mateo selbst erschien uns schon ganz aufgeregt, für ihn gab es schließlich gleich Futter.
Als Mini dann ins Wasser durfte, bekam sie doch noch mal ein bisschen Respekt (zu recht, bei so einem großen Tier) und wollte lieber auf Abstand gehen. Heike hat Mini gleich richtig eingeschätzt und sie erst mal auf Mateo`s Bauch und Rücken ein paar Runden schwimmen lassen, so dass Mini Vertrauen fassen konnte und Spaß an der Sache fand. Eigentlich liebt sie die Geschwindigkeit, aber Mateo war es mehr nach einem gemütlichen „swim-in“ im Wasser, was aber für die ersten Runden bestimmt auch nicht schlecht war.
Während einer Sitzung sind die Kinder drei mal im Wasser und dazwischen arbeiten sie auf dem schwimmenden Dock: Mini sollte z. B. große Perlen auf eine Schnur aufziehen, einen Sternenbaum bauen, Übungen für die Muskulatur und Sensibilität des Mundes machen, nebenbei physiotherapeutische Übungen, wie z.B. Schneidersitz sitzen. Die Trainingseinheiten im Wasser direkt am Delfin gestalteten sich auf vielerlei Weise, je nachdem was Mini zum Ausdruck brachte und wie sie drauf war (fast immer super, natürlich). Sie konnte mit Mateo vorwärts und rückwärts schwimmen, einen Ball oder Ring werfen und Mateo brachte ihn ihr zurück, tanzen mit Mateo, Mateo macht ein Kunststück für Mini...für uns war es immer ein Genuss ihr beim Schwimmen zuzuschauen, vor allem aber die Freude und den Stolz auf ihrem Gesicht zu lesen.
Ihr Bruder Florian konnte während der zwei Wochen vormittags 3 Stunden in den Kinderclub, ein Treffen für Geschwisterkinder. In der Gruppe von zehn Kindern hat sich Florian schnell eingefunden und sehr viel neues über Meerestiere gelernt sowie seine Leidenschaft zum Schnorcheln entdeckt. Er war kaum aus dem Meer herauszubekommen und hat immer wieder neue Fische und Meerestiere entdeckt.Nach dem Schwimmen mit Mateo wurde Mini ausführlich warm geduscht.. Anschließend wurde sie von Susanne angezogen, während Heike mit uns nochmals ein Gespräch führte über die Sitzung mit genauen Erläuterungen was sie auf dem Dock und während der Vorbereitungszeit gemacht haben und wie sich Mini in den jeweiligen Situationen verhielt.
Und dann kam sie wieder: erschöpft, aber zufrieden über die erbrachte Leistung und den Blick auf die stolzen Eltern und ihren Bruder gerichtet, die ihrerseits selbstverständlich genauso strahlten wie das Therapiekind...
Im Verlauf der zwei Wochen hatten wir jeden Tag Spaß beim Zuschauen, auch einmal beim selber schwimmen mit Mateo. Die Sitzungen sind vom Ablauf her immer gleich gestaltet, so dass die Kinder wissen was nacheinnander kommt und sich darauf einstellen können. Die inhaltliche Arbeit wird den Bedürfnissen der Kinder angepasst.
Flo war jeden Tag im Kinderclub und hat sich da sehr wohl gefühlt. Da wir unsere Unterkunft ein paar Kilometer entfernt vom Therapiezentrum hatten hieß das für uns als Eltern, dass wir Flo morgens in den Kinderclub brachten, nach dem Abholen um 12 Uhr für 3 Stunden Mittagspause heim fuhren und dann wieder los mussten zur Therapie...
Und nun zur spannenden Frage: was hat sich verändert oder gar verbessert?
Während unseres Aufenthaltes haben wir nicht so sehr auf Veränderungen geachtet, aber beachtlich ist zum Beispiel, dass Mini während einer Sitzung ganz deutlich das Wort „Ball“ und „Ring“ ausgesprochen hat. Zu Hause haben wir schon wesentlich mehr feststellen können: Mini war ausgesprochen motiviert und bereit etwas Neues auszuprobieren oder neue Sachen zu lernen. Sie war außerordentlich wach im Geist und ich bin mir sicher, dass ihre Gehirnzellen schwer gearbeitet haben...
Außerdem kann sie wirklich gut locker lassen und ihre Spastik ein wenig „kontrollieren“, so dass auch für uns das Handling mit ihr leichter ist. Unsere Physiotherapeutin, zu der wir drei Tage nach Ankunft gegangen sind, konnte es nicht glauben, dass Mini soo locker sein kann und darüber hinaus gewisse Übungen genauer und zielgerichteter mitmachen konnte. Auch jetzt noch, nach fast drei Monaten ist sie und die Therapeuten in der Schule immer wieder begeistert von Mini.
Sprachlich bin ich hartnäckig am „E“ drangeblieben: Mini versucht immer wieder, jetzt auch spontan, ein „E“ zu äußern. Manchmal wird das dann ein „yeah“ oder ein „year“, und immer wieder ein „Eeeeeja“, das soviel bedeuten soll wie „Enja“, der Name eines Mädchens aus unserer Nachbarschaft. Von Heike haben wir Tipps bekommen, wie man Mini beim Laute bilden helfen kann.
Und was auch noch erwähnenswert ist: Mini trinkt jetzt in zusammenhängenden Schlucken. Früher mussten wir nach jedem Schluck das Glas absetzen, jetzt gehen schon mehrere Schlucke nacheinander. Es läuft immer noch viel daneben, aber der Zeitfaktor spielt in unserem Alltag die entscheidende Rolle und deswegen ist dies ein durchaus erwähnenswerter Fortschritt!!!
Unser herzlicher Dank gilt jenen (allen voran Heike und Reto), die es ermöglichten, dass Mini noch einmal eine Delfintherapie erleben durfte. Es war ein bereicherndes und glückliches Erlebnis!


